vampster - Heavy Metal Magazin. Metal-Blog, RSS-Feeds, News, Clubguide, Metal-Bands, CD-Reviews, Interviews, Festivals, Konzerte, Community, Links
 
News CD-Reviews Interviews Konzertberichte Multimedia-Reviews Hell Of Fame Residenz Evil
Foto-Gallery MP3s Videos
Community / Forum Blog Gästebuch Umfragen fragt dr.vampster
Veranstaltungs-Kalender Festivalübersicht Bands A-Z Clubguide RSS-Feeds News-Ticker Links
Kontakt Impressum vampster-Team Werben auf vampster Link zu uns Hilfe & FAQ Partner vampster unterstützen
vampster RSS-Feeds vampster-Newsletter abonieren Merchandise, CDs, Tickets... Einkaufen bei vampster Translate this site into english
vampster.com > artikel > multimedia

BLACK DEATH [Filmkritik Kino]

Multimedia vom 27.08.2010   drucken senden

multimedia - BLACK DEATH [Filmkritik Kino]

Es dürfte hinlänglich bekannt sein, dass das Mittelalter alles andere als eine spaßige Zeit gewesen ist. Anders als es uns die party-betonten Mittelalter und Folk Rock-Bands wie SCHANDMAUL, DIE STREUNER, oder FEUERSCHWANZ suggerieren, war das tägliche Leben damals geprägt von Härte, Grausamkeit und dem Kampf ums nackte Überleben. In eben diese Welt platziert Christopher Smith ("Severance", "Creep") seinen neuen Film "Black Death", der trotz Anleihen an Mystery, Horror und Action, sowie einigen Thrillerelementen in keine der genannten Kategorien so richtig hineinpassen will.

Wir schreiben das Jahr 1348. Die Pest wütet im gesamten Land. In den Städten und in den Straßen türmen sich die Leichen, längst scheinen auch die Klosterwände keinen Schutz mehr vor dieser "göttlichen Plage", wie es die Geistlichkeit ehrfürchtig proklamiert, zu bieten. Das Vertrauen der Bevölkerung in ihren vermeintlich rachsüchtigen Gott droht zu zerrütten und zu allem Überfluss geht auch noch die Kunde durch das Land, dass ein kleines Dorf jenseits der weitläufigen Moore mittels okkulter Rituale die tödliche Seuche aus seinen Mauern verbannen konnte. Zumindest ist das die größte Befürchtung der Kirche, die somit mit dem gezeichneten wie standfesten Ritter Ulric (Sean Bean) einen erfahrenen Mann mit seinem Gefolge entsendet, dem mysteriösen Treiben dort auf den Grund zu gehen. Geführt werden sie von einem ortskundigen jungen Novizen des Klosters, der jedoch selbst seine Gründe hatte, sich für diese Aufgabe als Freiwilliger anzubieten...

Schon früh wird eines deutlich: Die Welt, die Christopher Smith zeichnet, ist kalt, dreckig, ungeschönt, kurz erschreckend realistisch. Hervorgehoben wird dies durch die ebenso trostlose Optik. Die körnigen Aufnahmen der Handkamera passen mit ihren kalten Farben perfekt zu dieser rauen Welt und gleichen sich zudem dem Tempo des Films an. In den wenigen actiongeprägten Momenten wirft sich die Kamera mitten ins Geschehen und mimt dank schneller Schnitte und verwackelter Bilder das Kampfgetümmel in seinem ganzen Chaos. Was normalerweise schnell anstrengend wird, erhöht in "Black Death" jedoch die Intensität und vermittelt bestens den Kern des erbarmungslosen Gefechts, ohne aufgrund expliziter Gewaltdarstellung zum Selbstzweck zu verkommen. Zumeist legt der Film aber einen weitaus ruhigeren Gang ein. So dient die erste Hälfte im Grunde vorwiegend der Charaktereinführung und dem Spannungsaufbau, indem man als Zuschauer die ruppige Gefolgschaft Ulrics auf ihrem unbequemen Weg besser kennen lernt.

Strahlende Helden gibt es in der Welt von "Black Death" derweil nicht. Sogar der aufrechte Ulric hat in seinem Wissen um die Grausamkeit dieses Zeitalters ein romantisches Weltbild längst abgelegt und zeigt wenig Skrupel, wenn eine Entscheidung zwischen Moral und Schadensminimierung getroffen werden will. Ein kurzer, schmerzloser Tod ist immer noch besser als ein langsamer wie qualvoller. Sean Bean ("Der Herr der Ringe", "James Bond - GoldenEye", "Silent Hill") verleiht seiner Figur eine enorme physische Präsenz, die allein Aufgrund der Statur schon einen gealterten Boromir ("Der Herr der Ringe") ins Gedächtnis ruft und ist neben Hauptdarsteller Eddie Redmayne ("Die Schwester der Königin") klar die zweite tragende Figur in "Black Death". Dessen Novize Osmund ist ein anfangs naiver, aber doch entschlossener Bursche, der im Laufe der Handlung immer mehr zum Mann reift, nur um dann doch nicht die Erwartungshaltung des Zuschauers zu bedienen. Dabei ist er eigentlich schon längst ein solcher, hat er sein Herz doch an die junge Averill (Kimberly Nixon) verloren, die er anfangs aus Sorge um ihre Gesundheit aus der Stadt schickte und nun hofft, sich alsbald wieder mit ihr vereint zu sehen. Die dritte im Bunde ist die mysteriöse Heilerin Langiva (Candice van Houten, "Operation Walküre"), bei der man lange nicht weiß, auf welcher Seite sie wirklich steht. In der Tat begleitet ihre Figur eine ambivalente und stets unbehagliche Aura, die geschickt die Wahrheit zwischen Schein und Sein verschleiert. Der restliche Cast bleibt dagegen blass und besteht im Prinzip aus relativ stereotypen Haudraufgängern, respektive besseren Statisten.

Mit der Ankunft in besagtem Dorf nimmt "Black Death" schließlich eine entscheidende Wendung, die sich vor allem im Ton des Films niederschlägt. Eine idyllische kleine Siedlung am Rande der Sümpfe, bewohnt von einfachen, aber höflichen Landleuten erwartet dort die kirchliche Vorhut. Und doch scheint trotz aller Gastfreundlichkeit irgendetwas im Busch zu sein. Von der Pest keine Spur, die örtliche Kirche steht verlassen und verfallen, und die Dorfbewohner scheinen die Heilerin Langiva als ihr Oberhaupt anzuerkennen. Klar, hier ist etwas faul, auch wenn es nicht die Gliedmaßen der lokalen Einwohner sind. Und so muss der Zuschauer mit ansehen, wie sich die Schlinge um den Hals von Ulric langsam, aber stetig zusammenzieht. So einfach diese Erzählung sein mag, so effektiv ist sie. Denn mit Erreichen des Dorfs zieht "Black Death" die Daumenschrauben an und treibt den Spannungsbogen rapide in die Höhe, um schließlich in einem Finale zu kumulieren, das gleichermaßen konsequent wie stimmig ist und das - wie das komplette Mittelalter auch - keine Sieger kennt.

"Black Death" wird sicherlich nicht den Geschmack eines jeden Kinogängers treffen. Horror- und Mystery-Fans dürften bei entsprechend puristischer Erwartungshaltung etwa enttäuscht sein, denn so gut sich die Story für einen trashigen Genrefilm eignen würde, "Black Death" verfolgt einen anderen Ansatz; einen ruhigen, nüchternen und ungeschönten. Der Film legt sich nicht auf ein Genre fest, sondern bewegt sich zwischen Drama, Thriller, Mystery und vorsichtigen Actioneinlagen in einer Welt, in der es keinen Platz für ausgelassene Lacher gibt. In einer Welt, die von Tod regiert wird und in der nicht einmal Gott den Menschen Zuflucht und Erlösung bietet. Und das ist verdammt noch mal ungemein erfrischend.

Veröffentlichungstermin: 09.09.2010

Spielzeit: 102 Min.

Line-Up:

FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Regie: Christopher Smith
Drehbuch: Dario Poloni

Cast:
Sean Bean - Ulric
Eddie Redmayne - Osmund
Carice van Houten - Langiva
Kimberly Nixon - Averill
Andy Nyman - Dalywag
Tim McInnerny - Hob


Label: Central

Homepage: http://blackdeathmovie.com


FILMKRITIK (KINO) im vampster-Archiv

Es wurden 101 Artikel zu FILMKRITIK (KINO) im vampster-Archiv gefunden.
Artikelübersicht anzeigen:

Multimedia
PREDATORS [Filmkritik Kino] (08.07.2010)
From Paris With Love [Kino] (23.04.2010)
Alice im Wunderland [Filmkritik Kino] (04.03.2010)
ZOMBIELAND [Kinokritik] (16.12.2009)
Twilight - New Moon [Filmkritik Kino] (30.11.2009)
Home [Filmkritik Kino] (11.02.2009)
TWILIGHT [Filmkritik Kino] (04.02.2009)
SAW V [Filmkritik Kino] (09.12.2008)
RELIGULOUS [Filmkritik Kino] (16.11.2008)
FAR CRY [Filmkritik Kino] (29.09.2008)
PRINZ KASPIAN VON NARNIA (Filmkritik) (11.08.2008)
THE DIXIE CHICKS: Shut up & Sing (19.08.2007)
28 WEEKS LATER [Filmkritik Kino] (22.06.2007)
FLUCH DER KARIBIK 3: Am Ende der Welt [Filmkritik] (25.05.2007)
FULL METAL VILLAGE (05.05.2007)
SPIDER-MAN 3 (03.05.2007)
300 [Filmkritik] (06.04.2007)
THE HILLS HAVE EYES 2 [Filmkritik Kino] (21.03.2007)
Eragon [Filmkritik Kino] (23.12.2006)
PIRATES OF THE CARIBBEAN 2 - Dead Man`s Chest [Filmkritik KINO] (23.07.2006)
THE DA VINCI CODE [Filmkritik Kino] (27.05.2006)
V wie Vendetta [Filmkritik] (10.03.2006)
KING KONG [Filmkritik] (29.12.2005)
CRY_WOLF [Filmkritik] (05.12.2005)
WAR OF THE WORLDS [Filmkritik] (09.07.2005)
KINGDOM OF HEAVEN [Filmkritik] (24.05.2005)
xXx 2 - The Next Level (16.05.2005)
SHAUN OF THE DEAD (17.02.2005)
WENN TRÄUME FLIEGEN LERNEN (17.02.2005)
RESIDENT EVIL 2: Apocalypse [Filmkritik] (02.10.2004)
I, Robot (12.08.2004)
EINE ITALIENISCHE HOCHZEIT [Filmkritik] (03.08.2004)
ROAD TO MEMPHIS (20.07.2004)
Lautlos [Filmkritik] (03.05.2004)
BIG FISH [Filmkritik] (12.04.2004)
PETER PAN [Filmkritik] (04.04.2004)
GERMANIKUS (29.03.2004)
Die Geister der Titanic (IMAX 3-D!) (01.03.2004)
SCHOOL OF ROCK [Filmkritik] (08.02.2004)
DEEP BLUE (Filmkritik) (29.01.2004)
DER EINSATZ [Filmkritik] (15.01.2004)
DAS SAMS IN GEFAHR [Filmkritik] (20.12.2003)
MATRIX REVOLUTIONS (Filmkritik) (10.11.2003)
HOLLYWOOD COPS [Filmkritik] (12.09.2003)
DER ZEHNTE SOMMER [Filmkritik] (05.09.2003)
FLUCH DER KARIBIK [Filmkritik] (29.08.2003)
NICHT AUFLEGEN! [Filmkritik] (08.08.2003)
NATÜRLICH BLOND 2 [Filmkritik] (01.08.2003)
HULK [Filmkritik] (04.07.2003)
GELEGENHEIT MACHT LIEBE [Filmkritik] (22.06.2003)
2FAST 2FURIOUS (Filmkritik) (22.06.2003)
GRABGEFLÜSTER [Filmkritik] (22.06.2003)
DREAMCATCHER [Filmkritik] (10.04.2003)
DAREDEVIL [Filmkritik] (23.03.2003)
24 STUNDEN ANGST [Filmkritik] (23.03.2003)
NATIONAL SECURITY (Filmkritik) (27.02.2003)
ANATOMIE 2 [Filmkritik] (06.02.2003)
Spy Kids 2 [Filmkritik] (02.02.2003)
STAR TREK 10 - NEMESIS [Filmkritik] (19.01.2003)
ONE HOUR PHOTO [Filmkritik] (10.01.2003)
8 MILE [Filmkritik] (07.01.2003)
GROßE MÄDCHEN WEINEN NICHT (Filmkritik) (24.10.2002)
DER SUPER-GURU [Filmkritik] (14.10.2002)
DAS JAHR DER ERSTEN KÜSSE [Filmkritik] (04.10.2002)
BIBI BLOCKSBERG [Filmkritik] (03.10.2002)
DER LEGIONÄR [Filmkritk] (24.09.2002)
O BROTHER, WHERE ART THOU? [Filmkritik] (22.09.2002)
PETER PAN - NEUE ABENTEUER IN NIMMERLAND [Filmkritik] (20.09.2002)
B.MONKEY [Filmkritik] (19.09.2002)
PAKT DER WÖLFE [Filmkritik] (18.09.2002)
STUDIO 54 [Filmkritik] (17.09.2002)
YEAR OF THE HORSE (09.09.2002)
A NIGHT AT ROXBURY [Filmkritik] (07.09.2002)
AMERICAN PIE [Filmkritik] (05.09.2002)
ANTZ [Filmkritik] (04.09.2002)
CHICKEN RUN - HENNEN RENNEN [Filmkritik] (03.09.2002)
BLADE II [Filmkritik] (02.09.2002)
ABSOLUT WARHOLA [Filmkritik] (02.09.2002)
STILL CRAZY [Metal Movie Madness] (01.09.2002)
DER HERR DER RINGE - Teil 1: Die Gefährten [Filmkritik] (01.09.2002)
DIE MUMIE [Filmkritik] (28.08.2002)
DIE MUMIE KEHRT ZURÜCK [Filmkritik] (28.08.2002)
ROCK STAR [Metal Movie Madness] (28.08.2002)
EINE PORNOGRAFISCHE BEZIEHUNG [Filmkritik] (27.08.2002)
PUNK! [Metal Movie Madness] (27.08.2002)
HILFE, ICH BIN EIN FISCH! [Filmkritik] (26.08.2002)
DER ROADIE [Metal Movie Madness] (26.08.2002)
LAKE PLACID [Filmkritik] (25.08.2002)
JAY UND SILENT BOB SCHLAGEN ZURÜCK [Filmkritik] (25.08.2002)
BAD COMPANY [Filmkritik] (22.08.2002)
ANLEITUNG ZUR SEXUELLEN UNZUFRIEDENHEIT [Filmkritik] (22.08.2002)
DER KLEINE VAMPIR [Filmkritik] (21.08.2002)
DETROIT ROCK CITY [Filmkritik] (21.08.2002)
LOST IN SPACE [Filmkritik] (20.08.2002)
HINTERHOLZ 8 [Filmkritik] (20.08.2002)
MULHOLLAND DRIVE [Filmkritik] (19.08.2002)
JOHN CARPENTERS VAMPIRE [Filmkritik] (19.08.2002)
AMERICAN OUTLAWS [Filmkritik] (18.08.2002)
MEN IN BLACK II [Filmkritik] (17.08.2002)
SPIDERMAN [Filmkritik] (17.08.2002)
ARAC ATTACK - ANGRIFF DER ACHTBEINIGEN MONSTER [Filmkritik] (17.08.2002)




Einkaufen

FILMKRITIK (KINO) im vampster-Shop »